Warum wir kein Polyester verwenden

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Datum : 2020

Die Verschmutzung der Flüsse, Meere und Ozeane durch Kunststoffabfälle und Mikroplastik zerstört den Lebensraum für Unterwasserpflanzen und -tiere. Bei jedem Waschgang geben Kleidungsstücke aus Kunstfasern für das Auge kaum wahrnehmbare Partikel ab, die durch die heutigen Filtersysteme der Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können. Diese kleinen Partikel gelangen über das Abwasser in die Gewässer unserer Erde.

Verpackungsmüll bildet den Großteil der Verschmutzung unserer Gewässer, gefolgt von Kunststoffpartikeln in Kosmetika und durch Textilien. Bis die Filtersysteme von Waschmaschinen und Kläranlagen nicht die Fähigkeit besitzen Mikroplastik zu filtern, sollten Textilien aus Kunstfasern gemieden werden. Aus diesem Grund haben wir uns bei ANGELCAB für die Verwendung rein natürlicher Textilfasern aus Baumwolle und Schafschurwolle entschieden.

Die Auswirkungen von Kunststoff auf die Meeresumwelt sind nur zum Teil bekannt: Diverse Müllstrudel, das Great Pacific Garbage Patch mit einer Fläche, die der Westeuropas gleicht, Geisternetze und Wehre, die achtlos zurückgelassen werden und auch Kunststoffmüll, der achtlos weggeworfen wird, um nur wenige Beispiele zu nennen. Im Jahr 2050 soll es mehr Kunststoff als Fische im Meer geben und hauptverantwortlich dafür sind Kunststoffverpackungen, berichtet die DeutscheUmwelthilfe. 663 Tierarten sind direkt betroffen und durch die mangelnden Filtersysteme von Kläranlagen, lässt es sich auch nicht vermeiden, das wir täglich Kunststoff zu uns nehmen. In Form von Mikroplastik gelangt der Kunststoffmüll in unsere Nahrung.

Mikroplastische Abfälle entstehen zum Großteil durch die Zersetzung von Verpackungsmüll. Der Kunstoff wird mit der Zeit spröde und zerfällt in immer kleiner werdende Fragmente. Die mikroplastischen Abfälle aus synthetischen Mikrofasern stammen von synthetischen Kleidungsstücken – wie Polyestervlies, Nylonshorts oder einer Vielzahl anderer Arten von Kleidung. Synthetische Fasern werden bei jeder Wäsche abgelöst und gehen an den Filtersystemen der Kläranlagen vorbei oder umgeben diese. In Form von Mikroplastik landen die Restbestände von Textilien aus Kunstfasern im Meer, an Stränden, in Flüssen und Seen. Es muss keine vorangegangene Zersetzung stattfinden und diese Form der Mikroplastik kann direkt von Mensch und Tier aufgenommen werden. Einige Mikrofaserabfälle, die in der Kläranlage erfolgreich aus dem flüssigen Abwasser abgetrennt werden, befinden sich immer noch im Schlamm, der zur Düngung von Feldern verwendet wird.

Ein einziges synthetisches Kleidungsstück verliert pro Waschgang Tausende synthetische Mikrofasern. Diese mikroplastischen Abfälle weisen im Gegensatz zu den runden mikroplastischen Perlen aus Kosmetik eine unregelmäßige Form auf und stellen eine Bedrohung nicht nur für kleinere Organismen dar. Diese Fasern gelangen in die Nahrungskette und erreichen über die Nahrung oder Getränke auch menschliche Organismen. In kleineren Organismen können die Fasern Knoten und Hindernisse bilden, die innere Schäden verursachen und die Ausscheidung behindern.

Ähnlich wie beim allgegenwärtigen Klimawandel und der Kunststoff Verschmutzung der Gewässer sind die genauen Auswirkungen der Verschmutzung durch synthetische Textilien noch nicht bekannt. Die Konsequenzen für die Umwelt sind nahezu unerforscht und Spätfolgen werden nur erahnt, geschweige denn können Mittel und Wege aufgezeigt werden, diese Verunreinigungen gänzlich rückgängig zu machen. Der Schaden den diese Kunstfaserabfälle in den Ökosystemen anrichten, ist überhaupt nicht absehbar. Solange dies der Fall ist, sollte auf synthetische Fasern verzichtet werden. Auch die Textilindustrie sollte sich Ihrer Verantwortung bewusst werden und es sollten Textilien entwickelt werden, deren Gewebequalität kein ständiges Herauslösen von Kunststoffpartikeln durch das Waschen zur Folge hat. Auch Waschmaschinenhersteller haben unmittelbaren Einfluss auf die Verunreinigung von Gewässern und könnten durch weiterführende Entwicklungen maßgebliche technologische Fortschritte erwirken. Ähnliches gilt für Kläranlagen und deren Weiterentwicklung. Kläranlagen filtern ca. 65 bis 92 Prozent der Mikrofasern, die in ihr System gelangen und geben demnach ein erhebliches Abfallvolumen an die Umwelt ab. Bleibt die dringend notwendige Verbesserung der Filtersysteme von Kläranlagen aus, ist weiterhin mit zunehmender Verschmutzung der Gewässer zu rechnen. Neben beispielsweise Medikamentenrückständen gefährdet Mikroplastik den Erhalt der Lebewesen.

Mikroplastik bestehend aus Textilfaserabfällen verschmutzen hauptsächlich Küstengewässer und weniger das offene Meer. Die synthetischen Fasern scheinen demnach einen überwiegend landbasierten Ursprung zu haben. Schätzungen haben ergeben das je nach Textilart 3.000 Fasern pro Waschgang herausgelöst werden. Beispielsweise Laufshorts, Yogahosen, Fleecejacken, Funktionsunterwäsche und auch die Stoffe von herkömmlichen Kinderwagen bestehen aus synthetischen Fasern.
Zu den synthetischen Fasern gehören: Acryl, Aramid, Elastan, Polyamid, Polyester, Polyethylen, Polyimid und Polypropylen. Leider tragen auch die halbsynthetischen Fasern ihren Teil zur Verschmutzung bei: Lyocell, Viskose, Modal, Cupro, Triacetat, Elastodiene, Acetat und Alginat. Hergestellt werden die synthetischen Fasern aus Rohstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas, die einer chemischen Umwandlung unterzogen werden.

Es stellt sich die Frage wie wir als Hersteller und Sie als Kunde der Verschmutzung Einhalt gebieten können?

Wir haben uns entschieden auf Kunstfasern bei der Erstellung unserer Textilien gänzlich zu verzichten und Ihnen möchten wir raten nur das anzuschaffen, was Sie auch wirklich benötigen. Naturfasern die unter ökologischen Standards gewonnen werden, wie Bio-Baumwolle, Wolle, Seide, Leinen, Hanf und Jute, stellen die Alternative zu synthetischen und halbsynthetischen Fasern dar. Alles was hergestellt und konsumiert wird, hat negative Auswirkungen auf den Planeten. Für die Herstellung von Naturfasern wird viel Land und Wasser benötigt. Bei konventionellem Anbau von Baumwolle werden Pestizide eingesetzt und es entsteht ein sehr hoher Wasserverbrauch. Beides schädigt die Umwelt als auch die menschliche Gesundheit.

Verzichten Sie auf häufiges Waschen – auch wenn Sie durch das Waschen von ANGELCAB Textilien keine mikroplastischen Abfälle befürchten müssen. Forschungen haben ergeben, dass die größte Menge an kleinen Fasern bei den ersten Wäschen freigesetzt wird. Das gilt für alle Arten von Textilfasern. Mechanische Einwirkungen wie zum Beispiel das Schleudern und chemische Einwirkungen durch Waschmittel während der Wäsche schwächen zudem die Faserstruktur. Jede Wäsche führt zu einer Beschädigung Ihrer Textilien. Ein umweltfreundliches Waschmittel möchten wir Ihnen dringend ans Herz legen und verzichten Sie auf Weichspüler. Auch die Waschtemperatur stellt einen wichtigen Faktor in Bezug auf Gewebezersetzung dar. Je höher die Temperatur, desto höher ist auch der Grad der Verletzung Ihrer Textilien. Das Ausmaß ist abhängig von Gewebetyp, Textur, Garnart und Anzahl der verschiedenen Fasertypen. Es wurde bereits erforscht, dass ein Herauslösen von Fasern bei einem Vergleich von reinem Polyestergewebe, Acryl und einem Mischgewebe aus Polyester und Baumwolle am wenigsten bei letzt genannten auftritt. Es gilt jegliche Art von Textil wertzuschätzen und schonend zu behandeln, um dieses möglichst lange nutzen zu können. Kleidung und Textilien im allgemeinen sollten kein Massenprodukt sein. Falls Sie doch mal ein Textil aus Kunstfasern waschen müssen, verwenden Sie doch einen Waschbeutel, der den Faserverlust eindämmt.

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